~ Gedanken aus dem Fuchsbau ~

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Das Wunder des Lebens

Das Wunder des Lebens habe ich bereits vor ein paar Jahren bei meinen Haustieren erleben dürfen und war tief berührt von diesem Zauber.

Nun ist meine Schwester schwanger. Zum ersten Mal und auch generell zum ersten Mal in der Familie wird es damit Nachwuchs geben.

Anlass für mich eines der schönsten Gedichte zu kleinen, neuen Menschen hier hineinzuposten, das ich jemals gelesen habe.

Bettina Wegner hat es geschrieben:

***

Sind so kleine Hände
winz'ge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen
die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße
mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten
könn' sie sonst nicht geh'n.

Sind so kleine Ohren
scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen
werden davon taub.

Sind so schöne Münder
sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten
kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen
die noch alles sehn.
Darf man nie verbinden
könn' sie nichts versteh'n.

Sind so kleine Seelen
offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen
geh'n kaputt dabei.

Ist so'n kleines Rückgrat
sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen
weil es sonst zerbricht.

Grade, klare Menschen
wär'n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat
hab'n wir schon zuviel.

***
25.6.09 16:16


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Gitarre, Gesang und ein beobachteter Moment

Aus dem Tag ist ein Abend geworden. Die Sonne ist untergegangen und aus dem Licht ist ein Grau geworden. Dämmerung.

Unten auf dem Hof sitzt ein junger Mann an die Hauswand gelehnt, eine Gitarre in der Hand. Neben ihm sind die Pflastersteine von Kindern bunt bemalt. Sein Gitarrenkoffer steht offen, eine junge Frau mit langen blonden Haaren sitzt ihm gegenüber, die Arme um die angewinkelten Beine geschlungen, eine Zigarette in der Hand.

Er spielt und singt dabei.

Ich lehne aus dem Fenster, gemütlich und verträumt, schaue die zwei Stockwerke hinunter auf die beiden, schaue zu, höre zu, und genieße wie schön er spielen kann, wie schön er singt. Für das Mädchen da singt.

Nachdem er mit ein paar schönen melodischen Riffs das sentimentale Lied mit dem englischen Text geendet hat, begreife ich, dass dieser Moment nicht mir gehört. Sondern nur den beiden da unten.

Ihm, der im roten T-Shirt das Mädchen besingt.
Ihr, die ihn freundlich anlacht.

Ich gehe vom Fenster zurück, schließe es ganz damit kein Ton zu mir hinaufdringt.

Denn die Musik ist nicht für mich. Sie ist für das Mädchen.
Ich käme mir dabei nur wie ein Dieb vor, der den Moment begafft, die Atmosphäre bestiehlt und schlimmstenfalls stören kann.

Also bleibt das Fenster zum Hof geschlossen, sogar den Müll werde ich erst morgen rausbringen. Egal wie schön der Junge gespielt und wie schön er gesungen hat.

Und dieser Moment, an dem ich als Zuschauer kurz teilnehmen durfte, hat diesen wunderbaren Tag noch ein kleines Stückchen wunderbarer gemacht.


13.5.09 21:48


Fazit: Ich liebe!

"Die Liebe ist wie ein Phönix - brennend steigt er empor und zerfällt zu Asche, um wieder neu daraus aufzuerstehen."

Schöne Worte von einem lieben Freund, die mir viel bedeuten.

Ich liebe gerne und aufopfernd, manchmal zuviel, manchmal zuwenig.

Zuviel, wenn ich denjenigen mit meiner Liebe einenge, mich demjenigen zu sehr mit Leib und Seele ausliefere.

Zuwenig, wenn derjenige viel mehr Liebe verdient hat, ich aber einfach nicht mehr Liebe in denjenigen investieren kann - aus welchen Gründen auch immer.

Viele habe ich bereits geliebt. Und viele liebe ich noch immer.
Meine Familie an oberster Stelle, mit all ihren Macken und Eigenarten.

Dann die Männer. In all den Jahren habe ich Partner gesucht, ein Gefühl der Verbundenheit gefunden und sie geliebt. Mal intensiver, mal experimenteller, mal verspielter, mal leidenschaftlicher.

Und jedes Mal endete die Liebe.
Manches Mal war aus der Liebe Gewohnheit geworden, ein anderes Mal hatte sich der Mann so sehr verändert dass ich ihn nicht mehr lieben konnte. Und es gab auch Male, in denen der Mann meine Liebe von sich wies, mich freigab und selbst keine Liebe für mich hatte. Dann musste auch ich damit aufhören, was jedes Mal schwer ist, aber jedes Mal funktioniert, das Aufhören.

Nicht ein einziges Mal bereue ich geliebt zu haben.
Vielleicht nur mich zu sehr hineingesteigert, mich zu sehr ausgeliefert zu haben. Zu emotional gewesen zu sein, zu blind und zu taub.

Heute liebe ich wieder. Einen Mann.
Ich liebe ihn aus vollem Herzen, habe im Blick mich emotional nicht zu sehr in diese Liebe hineinzusteigern, nicht blind zu werden. Sondern zu genießen, zu lieben und geliebt zu werden. Ohne Alltag, ohne Gewohnheit, ohne Abweisung.

Liebe ist ein Phönix.
Und was gibt es schöneres als ganz und gar zu lieben?


2.5.09 18:13


[Internetfundstück] Alkohol

Die Sorgen ersaufen
Ja, trinken wirkt Wunder
Doch sie sind nich ertrunken
Ich tauch sie nur unter
Was kann ich dafür
Ab durch die Hintertür

Ich kann mich und mein Versagen
Nur besoffen ertragen
Ja, ist das nicht fies
Die Hölle grüßt das Paradies
Ab durch die Hintertür

Kummer sucht Gesellschaft
Und ich lass mich fallen
Suche nach Problemen
Und finde sie alle
Was kann ich dafür
Ab durch die Hintertür

Ab durch die Hintertür
Ab durch die Hintertür
Ab durch die Hintertür
Wo ist die Hintertür
Hinter mir ...

Stille Tage im Klischee
Zwei im Sinn und einen im Tee
Ein klares JEIN, zum Alkohol
Ich schieb die Schuld dem Bösen zu
Schlagt ein und schwört kreuzt die Gläser
Ein letztes Mal auf die alten Fehler
Mein Hirn erteilt den Marschbefehl
Ab durch die Hintertür - lasst uns gehn

Ich trinke positiv
Und zum Vergnügen
Der Alkohol hilft
Mir in die Taschen zu lügen
Was kann ich dafür
Ab durch die Hintertür

Ich ertrinke mein Problem
Doch am Ende der Reise
Bleibt in meiner Kehle
Der Geschmack von Scheiße
Was kann ich dafür
Ab durch die Hintertür

Ab durch die Hintertür
Ab durch die Hintertür
Ab durch die Hintertür
Wo ist die Hintertür
Ab dafür

Stille Tage im Klischee
Zwei im Sinn und einen im Tee
Ein klares JEIN, zum Alkohol
Ich schieb die Schuld dem Bösen zu
Schlagt ein und schwört kreuzt die Gläser
Ein letztes Mal auf die alten Fehler
Mein Hirn erteilt den Marschbefehl
Ab durch die Hintertür - lasst uns gehn

An dieser Stelle Grüße an den alten Nachtigaller, den ich noch von damals kenne. Ob es mittlerweile einen neuen gibt? Wer weiß.. ich sollte mal hingehen und nachschauen.
21.4.09 01:05


Zeitlos

"Es ist nicht die Zeit, die man nicht hat, sondern die man sich nicht nimmt."

- Heute habe ich sie mir genommen, aus purer Laune heraus.

Bin aus dem Bus gestiegen und habe Halt gemacht auf dem Weg nach Hause.

Habe mich am Bahnhofsplatz hingesetzt, das Gesicht zur Nachmittagssonne, im Schneidersitz, und mir die Zeit genommen zu lesen.

Zeitlos.

Die Sonne wurde schwächer, der Wind frischte auf. Er warf kräuselnde Wellen auf das Wasser des Brunnens, der endlich nach so vielen kalten Monaten endlich wieder mit Wasser gefüllt ist. Ohne es mir wirklich bewußt zu sein hat genau das mir gefehlt:

Die Skateboardfahrer, die T-Shirt-Träger, die warme Sonne auf der Haut und der Zeitdruck da, wo der Pfeffer wächst - ganz ganz weit weg von mir.


16.4.09 18:58


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